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Potential für prophylaktische und therapeutische Impfstoffe zum Beispiel gegen Krebs und Infektionserkrankungen
Die Idee zur Verwendung Adeno-assoziierter Viren (AAV) als Impfstoffträger entstand in den hauseigenen Laboren. Das Adeno-assoziierte Virus ist nicht-pathogen, d.h. es verursacht keine
Krankheiten. Die Eiweißhülle dieses Virus, das Kapsid, eignet sich zur Herstellung sogenannter virusähnlicher Partikel (virus-like particle, VLP), die als Grundgerüst
für neuartige Impfstoffe verwendet werden können.
Durch Einfügen kurzer Antigen-Peptide (B-Zellepitope) in die Virushülle von AAVs kann im Körper eine hochspezifische Antikörperreaktion gegen ausgewählte
Zielmoleküle ausgelöst werden. Diese Antikörper können entweder prophylaktisch wirken und somit den Körper vor Neuerkrankungen schützen oder bei bereits
etablierter Erkrankung therapeutische Wirksamkeit entfalten.
Derzeit erforscht MediGene den Einsatz der AAVLP-Technologie zur Behandlung von Krebs- und viralen Infektionserkrankungen sowie die Verwendung von AAV-Bibliotheken zur gezielten
Identifizierung geeigneter Impfstoffkandidaten. Der entscheidende Vorteil dieser Technologie liegt darin, das Wirkprinzip vorhandener, therapeutisch wirksamer Antikörper erstmals
direkt auf einen Impfstoff übertragen zu können.
AAVLP-basierte Impfstoffe zeigen in vorklinischen Studien ein sehr gutes Sicherheitsprofil. Sie könnten sowohl eine interessante Ergänzung zu klassischen Impfstoffen darstellen
als auch die Einsatzmöglichkeiten von Impfstoffen zur Therapie von Krebs und anderen Erkrankungen maßgeblich erweitern.
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MediGene hat im Mai 2011 eine Entwicklungskooperation mit der Johns Hopkins University, Baltimore, USA, abgeschlossen, deren Ziel es ist, erste
Impfstoffkandidaten des AAVLP-Programms zur Prophylaxe von HPV-assoziierten Krebserkrankungen zu testen und die weitere Entwicklung des AAVLP-Programms voranzutreiben. Die dabei
untersuchten Impfstoffkandidaten richten sich gegen eine Reihe von krebserregenden humanen Papillomviren (HPV), die z. B. Gebärmutterhalskrebs verursachen. Die Untersuchungen werden
von Dr. Richard B. S. Roden, Professor für Gynäkologie/Geburtshilfe und Onkologie an der Johns Hopkins University School of Medicine, geleitet, einem der weltweit führenden
Wissenschaftler im Bereich der HPV-Forschung.
Ausblick:
Aktuell werden weitere vorklinische Studien durchgeführt. Darauf basierend wird MediGene über die weitere Entwicklung bzw. über strategische Optionen für
das AAVLP-Projekt entscheiden.
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